Hm,
das sieht doch nach was aus. Muss ich jetzt erstmal abchecken. Hin da. Mist,
doch nichts. Ach, diese Menschen. Die einen lassen überall was stehen, die
anderen werfen mir alles Mögliche hin. Doch diesmal, wie so oft, ist da nur
eine leere Flasche. Und kalt es auch noch. Überall, wo es warm ist, lassen sie
mich nicht rein, ich sei ja bestimmt ungesund, obwohl mein Gewand das Gegenteil
zeigt: gut genährt und sauber. Aber allein meine Erscheinung in sauberen Räumen
ist ein Widerspruch an sich. Ich gehöre da nicht rein.
Hin
und wieder über den gesamten Tag treffe ich andere, die sauber auf der Suche
nach dem nächsten Essen sind. Ja, kein Alkohol, kein Speed, kein Weed oder so.
Wir finden meistens genug von den Krümeln, die alle anderen Wesen liegen
lassen. Doch – seit es richtig kalt ist, fallen die Krümmel in den sauberen
Räumen, wo das Essen teuer ist, auf den warmen Boden auf dem sie auf Stühlen,
von ihren Hintern erwärmt, sitzend schmausen – ist für uns auf den kalten Böden
kaum noch was zu finden.
Oder
aber, es brennt ein Wagen. Dann wird's auch warm. Wir versammeln und darum, bis
andere die Leute rufen, die diese Flammen uns stehlen. Wir wären eh nicht
reingekommen. Und ein wütendes Wesen sorgte für die Flammen, die so extrem
sind, dass wir nicht zu nahekommen dürfen, was uns leichtfällt, da wir das
Innere eh nicht von innen sehen. Wir müssen draußen bleiben, dabei dürfen diese
vierbeinigen Wesen mit dichtem Fell in ihren Räumen hausen. Bei uns sind sie
konsequenter: wir werden als unsauber gesehen, als Überträger, also dürfen wir
in gar keinen warmen Raum, egal, ob dieser auf festem Grund steht, oder ob er
über die kalten Straßen rollt.
Foto: Levent Simsek (Pexels)